Das Grundbuch in Österreich – einfach erklärt
Was das Grundbuch ist, wer es führt, wer hineinschauen darf und wie es aufgebaut ist.
Aktualisiert am 23. Oktober 2026
Das Grundbuch ist das öffentliche Verzeichnis aller Liegenschaften in Österreich. Es zeigt, wem eine Liegenschaft gehört, welche Grundstücke dazugehören und welche Rechte und Lasten darauf eingetragen sind – zum Beispiel ein Pfandrecht der Bank oder ein Wegerecht für die Nachbarn.
Wer führt das Grundbuch?
Das Grundbuch wird von den Bezirksgerichten geführt und ist seit vielen Jahren vollständig elektronisch. Neue Eintragungen – etwa nach einem Kauf – nimmt das zuständige Bezirksgericht als Grundbuchsgericht auf Antrag vor.
Wer darf ins Grundbuch schauen?
Das Grundbuch ist öffentlich. Jede Person darf Einsicht nehmen und einen Auszug zu einer bestimmten Liegenschaft verlangen – ohne Begründung. Wie Sie zu einem Auszug kommen, lesen Sie im Ratgeber Grundbuchauszug beantragen.
Warum ist das Grundbuch so wichtig?
- Eigentum: Wer eine Liegenschaft kauft, wird in der Regel erst mit der Eintragung im Grundbuch Eigentümer:in (Ausnahmen gibt es zum Beispiel bei einer Erbschaft).
- Vertrauen: Wer sich auf das Grundbuch verlässt, ist grundsätzlich geschützt. Darum prüft man vor jedem Kauf einen aktuellen Auszug.
- Rang: Bei mehreren Rechten entscheidet die Reihenfolge der Anträge, welches Recht „vorgeht“ – etwa welche Bank bei einer Versteigerung zuerst bedient wird.
Wie ist das Grundbuch aufgebaut?
Jede Liegenschaft hat eine eigene Einlage mit einer Einlagezahl (EZ) innerhalb einer Katastralgemeinde (KG). Ein Grundbuchauszug ist in Blätter gegliedert:
| Blatt | Inhalt |
|---|---|
| A1-Blatt | Grundstücke, Fläche, Nutzung, Adresse |
| A2-Blatt | Rechte zugunsten der Liegenschaft, Zu- und Abschreibungen |
| B-Blatt | Eigentümer:innen, Anteile, Wohnungseigentum |
| C-Blatt | Lasten: Pfandrechte, Dienstbarkeiten, Verbote, Vorkaufsrechte |
Dazu kommen Anmerkungen (zum Beispiel eine Rangordnung) und gegebenenfalls eine Plombe – ein Hinweis, dass gerade ein Antrag beim Grundbuchsgericht offen ist.
Grundbuch und Kataster – was ist der Unterschied?
Der Kataster beim Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen (BEV) beschreibt, wo ein Grundstück liegt und wie groß es ist. Das Grundbuch beschreibt, welche Rechte daran bestehen. Beide verwenden dieselben Grundstücksnummern und Katastralgemeinden.
Wann brauchen Sie einen Grundbuchauszug?
- vor dem Kauf einer Wohnung, eines Hauses oder eines Grundstücks,
- bei einer Erbschaft oder Schenkung,
- für einen Kredit oder eine Umschuldung,
- wenn Sie wissen wollen, was im eigenen Grundbuch steht.
Wie Sie einen Auszug Blatt für Blatt lesen, zeigt der Ratgeber Grundbuchauszug lesen und verstehen.
Diese Information ersetzt keine Rechtsberatung. Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich an eine Notar:in oder Rechtsanwält:in.